
Make.com Workflows automatisieren: Top Tutorial 2026
Lerne, wie du Make.com Workflows automatisieren kannst. Schritt-für-Schritt Anleitung für Freelancer, konkrete Praxisbeispiele & Tipps. Jetzt Zeit sparen!
Make.com Workflows automatisieren nimmt dir als Freelancer stundenlange manuelle Copy-Paste-Arbeit ab. In diesem Tutorial lernst du, wie du Rechnungen, E-Mails und Kundendaten vollautomatisch zwischen deinen Tools hin- und herschiebst. Der Zeitaufwand für dein erstes Szenario liegt bei etwa 30 bis 45 Minuten. Der Schwierigkeitsgrad ist mittel – technisches Vorwissen brauchst du nicht, aber logisches Denken ist gefragt.

Quick-Info: Dein erstes Automatisierungs-Projekt
| Info | Details |
|---|---|
| Zeitaufwand | ca. 45 Minuten für das erste Setup |
| Schwierigkeit | Mittel (Visueller Drag-and-Drop Builder) |
| Ziel des Tutorials | E-Mail-Rechnungen automatisch in die Buchhaltung laden |
| Kosten | 0,00 € (Free-Plan reicht für den Start völlig aus) |
Was du brauchst
Für dieses Tutorial bauen wir einen klassischen Freelancer-Prozess nach: Eingehende Rechnungen per Mail automatisch speichern. Dafür benötigst du Konten bei folgenden Anbietern:
- Make.com Account – Offizielle Website ansehen (Der Free-Plan mit 1.000 Aktionen pro Monat genügt).
- E-Mail-Postfach – Ein Google Workspace (Gmail) oder Microsoft 365 Account.
- Buchhaltungs- oder Cloud-Tool – Ein Google Drive Konto oder eine Software wie Lexoffice/sevDesk.
💡 Tipp: Wenn du deine Buchhaltung als Freelancer optimieren willst, ist dieser Workflow der perfekte Einstieg. Er verhindert, dass Belege am Monatsende im Postfach verloren gehen.
Schritt 1: Das erste Szenario anlegen
Logge dich bei Make.com ein. Laut Anbieter basiert die gesamte Plattform auf sogenannten "Scenarios". Ein Szenario ist ein einzelner, durchgehender Workflow, der aus einem Auslöser (Trigger) und einer oder mehreren Aktionen (Actions) besteht.
Klicke im linken Seitenmenü auf "Scenarios" und anschließend oben rechts auf den violetten Button "Create a new scenario". Du siehst nun eine leere weiße Arbeitsfläche mit einem großen Plus-Symbol in der Mitte.

Klicke auf das Plus. Es öffnet sich eine Suchleiste. Suche hier nach dem Tool, das den Prozess starten soll. In unserem Fall suchen wir nach "Gmail" oder "Email" (falls du IMAP nutzt). Wenn du stattdessen Aufgaben aus deinen Projektmanagement-Tools für Freelancer synchronisieren willst, würdest du hier beispielsweise Asana oder Trello auswählen.
Schritt 2: Den Trigger (Auslöser) definieren
Ein Workflow braucht immer einen Startschuss. Wähle bei Gmail die Option "Watch Emails". Dieses Modul prüft dein Postfach in regelmäßigen Abständen auf neue Nachrichten.
Nun musst du dein E-Mail-Konto verknüpfen. Klicke auf "Add" neben dem Connection-Feld und folge den Anweisungen von Google, um Make.com den Zugriff zu erlauben. Danach stellst du die Suchkriterien ein. Laut den technischen Dokumentationen von Make ist es extrem wichtig, hier präzise zu sein. Wähle als Ordner "Inbox" und setze unter "Filter" den Suchbegriff has:attachment ein.

⚠️ Achtung: Ein häufiger Fehler ist, das Feld "Maximum number of results" zu hoch anzusetzen. Stelle es für den Anfang auf 2. Wenn Make bei jedem Durchlauf 50 alte Mails zieht, ist dein monatliches Limit im Free-Plan innerhalb von Minuten aufgebraucht.
Schritt 3: Die Action (Aktion) verknüpfen
Jetzt weiß Make, dass es nach Mails mit Anhang suchen soll. Aber was passiert mit dem Anhang? Fahre mit der Maus über das Gmail-Modul. Es erscheint ein kleiner Halbkreis mit einem Plus. Klicke darauf, um das nächste Modul anzudocken.
Suche nach "Google Drive" und wähle die Aktion "Upload a File". Alternativ kannst du hier auch direkt deine Buchhaltungssoftware ansteuern. Das kürzliche Lexware Office Update 2026 und das sevDesk Update haben die API-Schnittstellen für genau solche Automatisierungen nochmals verbessert.
Gerade im Hinblick auf die E-Rechnungspflicht 2025/2027 in Deutschland ist das essenziell. Du kannst Make so einstellen, dass es gezielt nach ZUGFeRD- oder XRechnung-XML-Dateien sucht und diese direkt in den Posteingang deiner Software schiebt.
Schritt 4: Data Mapping (Daten zuordnen)
Dies ist der wichtigste Teil, wenn du Make.com Workflows automatisieren möchtest. Du musst dem Google Drive Modul sagen, welche Datei es hochladen soll.
Klicke auf das Google Drive Modul. Unter "File" siehst du ein Feld, das sich öffnet, wenn du hineinklickst. Es erscheint ein Menü mit bunten Blöcken – das sind die Daten aus dem vorherigen Gmail-Modul. Wähle hier unter dem Punkt "Attachments[]" die Option "Data" aus.

💡 Tipp: Wenn das Menü leer ist oder du die richtigen Felder nicht findest, klicke unten links auf "Run once". Make zieht sich dann eine echte E-Mail als Testlauf. Danach sind die Datenstrukturen im Mapping-Menü sichtbar und du kannst sie einfach anklicken.
Schritt 5: Filter setzen und aktivieren
Nicht jede Mail mit Anhang ist eine Rechnung. Oft sind es nur kleine Bilddateien aus E-Mail-Signaturen. Um diese herauszufiltern, klickst du auf die gepunktete Linie zwischen dem Gmail- und dem Google Drive-Modul.
Es öffnet sich das Filter-Menü. Nenne den Filter "Nur PDFs". Wähle bei "Condition" den Datenpunkt "File name" (aus dem Gmail-Modul), setze den Operator auf "Ends with (case insensitive)" und tippe rechts ".pdf" ein. So werden Signatur-Bilder ignoriert. Wenn du selbst eine Rechnung schreiben als Freelancer musst und eine Kopie an dich selbst schickst, greift dieser Filter ebenfalls perfekt.
Klicke abschließend unten links auf den Schalter "Scheduling", um ihn auf "ON" zu stellen. Dein Workflow läuft nun vollautomatisch im Hintergrund!
Preise und Funktionen im Überblick
Make.com bietet verschiedene Preismodelle an. Die technischen Daten zeigen, dass der Free-Plan für kleine Solo-Selbstständige oft völlig ausreicht. Sobald du jedoch komplexe Verzweigungen (Router) baust, lohnt sich das Upgrade.
| Tarif | Preis (jährliche Zahlung) | Inkludierte Operations | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Free | 0,00 $ / Monat | 1.000 / Monat | Visueller Editor, 2 aktive Szenarien |
| Core | ab 10,59 $ / Monat | ab 10.000 / Monat | Unbegrenzte Szenarien, API-Zugriff |
| Pro | ab 18,82 $ / Monat | ab 10.000 / Monat | Custom Variables, Full-Text Search |
| Teams | ab 34,12 $ / Monat | ab 10.000 / Monat | Mehrere Nutzer, Rollenverteilung |
Nutzer schätzen besonders die visuelle Darstellung im Vergleich zu Konkurrenten. Wenn du dein Notion für Freelancer Setup mit Make verbindest, siehst du genau, an welcher Stelle Datenströme abzweigen.
Vor- und Nachteile von Make.com
Basierend auf ausgewerteten Kundenrezensionen und Funktionsvergleichen ergeben sich folgende Stärken und Schwächen:
- ✅ Visuelle Übersicht: Komplexe Workflows sind durch das Drag-and-Drop-System leicht nachvollziehbar.
- ✅ Preis-Leistung: Mit ab 10,59 $/Monat deutlich günstiger als der Hauptkonkurrent Zapier.
- ✅ Fehleranalyse: Zeigt exakt an, bei welchem Modul ein Datenfehler aufgetreten ist.
- ✅ DSGVO-Konformität: Bietet die Möglichkeit, Server-Standorte in der EU (Frankfurt) zu wählen.
- ❌ Steile Lernkurve: Das Data-Mapping (Arrays, Collections) erfordert technisches Verständnis.
- ❌ Mobile Nutzung: Die Plattform ist auf mobilen Geräten nahezu unbedienbar.

Troubleshooting: Wenn der Workflow streikt
Auch beim besten Setup hakt es manchmal. Hier sind die häufigsten Fehler, wenn du Make.com Workflows automatisieren willst, und deren Lösungen:
- Fehler 400 (Bad Request): Dieser Fehler tritt auf, wenn ein Modul Daten in einem Format erhält, das es nicht verarbeiten kann. Prüfe das Data Mapping. Hast du aus Versehen eine Text-Variable in ein Feld für Zahlen gezogen?
- Bundle is empty: Das Trigger-Modul hat keine Daten gefunden. Prüfe deine Suchfilter (z.B. in Gmail). Oft liegt es an einem simplen Tippfehler in der Suchanfrage.
- Szenario pausiert ständig: Wenn Make zu viele Fehler in Folge registriert, wird das Szenario aus Sicherheitsgründen deaktiviert. Gehe in die "History" des Szenarios. Dort siehst du rote Warnhinweise. Behebe den Fehler und aktiviere das Scheduling neu.
- Fehlende Belege am Monatsende: Wenn du deine EÜR erstellen willst und Belege fehlen, überprüfe den Filter zwischen den Modulen. Eventuell war der Dateiname nicht ".pdf", sondern ".PDF" (Achte auf die "case insensitive" Einstellung).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Ist Make.com DSGVO-konform für deutsche Freelancer?
A: Laut Anbieterangaben ja. Bei der Registrierung hast du die Wahl zwischen US- und EU-Servern. Wähle zwingend die EU-Server (gehostet in Frankfurt). Zusätzlich musst du einen AV-Vertrag (Data Processing Agreement) mit Make abschließen, den du in den Account-Einstellungen findest.
F: Was ist der Unterschied zwischen Make.com und Zapier?
A: Make.com arbeitet stark visuell. Du baust Workflows wie eine Mindmap auf. Zapier ist eher linear (Schritt 1, Schritt 2, Schritt 3). Zudem ist Make.com bei den monatlichen Kosten (ab 10,59 $) deutlich günstiger als Zapier (ab ca. 19,99 $).
F: Kann ich jede Software mit Make verbinden?
A: Make unterstützt über 1.500 Apps nativ. Sollte deine beste Buchhaltungssoftware nicht dabei sein, kannst du das "HTTP"-Modul nutzen. Damit lassen sich Daten an jede Software senden, die eine offene API-Schnittstelle besitzt.
F: Zählen Filter als "Operation"?
A: Nein. Das Überprüfen einer Bedingung durch einen Filter zwischen zwei Modulen kostet dich keine Operations aus deinem monatlichen Kontingent. Nur das tatsächliche Ausführen von Modulen (z.B. Datei herunterladen, E-Mail senden) verbraucht Operations.
Fazit
Make.com Workflows automatisieren ist ein massiver Hebel für deine Produktivität. Die anfängliche Lernkurve mag etwas steiler sein als bei simpleren Tools, doch die visuelle Oberfläche und die enormen Freiheiten beim Routing der Daten machen diesen Aufwand schnell wett.
Sobald dein erster Prozess läuft, wirst du schnell weitere Ideen finden. Ob du nun Leads aus Formularen speicherst, um neue Kunden gewinnen zu können, oder Belege sortierst, um am Jahresende legal Steuern sparen zu können – Automatisierung ist der Schlüssel zur Skalierung deines Freelance-Business. Starte mit dem kostenlosen Plan, baue das Gmail-zu-Drive-Szenario nach und beobachte, wie die Software die Fleißarbeit für dich erledigt.
Häufig gestellte Fragen
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Redaktion
Tim Schneider
Selbstständiger Entwickler und Tool-Tester. Prüft Buchhaltungs-Software, Projektmanagement und Business-Tools.
Zuletzt aktualisiert: 5. März 2026




